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Windhoek

Windhoek, die Hauptstadt Namibias, erinnert in vielerlei Hinsicht eher an ein deutsches Provinzstädtchen als an eine afrikanische Metropole. In den letzten Jahren allerdings findet ein deutlicher Wandel statt: Es entsteht kontinuierlich ein interessantes Mix aus europäisch-afrikanischen Einflüssen, die noch vor der Unabhängigkeit anzutreffende Deutschtümelei ist erfreulicherweise einem gewissen Kosmopolitismus und einer Offenheit gewichen, die Menschen aller Hautfarben und Kulturen einschließen.

Der erste Eindruck:

architektonische Reminiszenzen

an die deutsche Kolonialzeit, manifestiert durch etliche Fachwerkhäuser, steile Giebeldächer, wilhelminische „Monumentalarchitektur“, koloniale Standbilder, z. T. deutsche Straßennamen (wobei seit der Unabhängigkeit und in den letzten Jahren verstärkt damit begonnen wurde, diese abzuändern) und Völkervielfalt im Straßenbild. Und gerade diese Vielfalt der Ethnien verweist auf typisch Namibisches: Sehr unterschiedliche Völkerschaften leben im Staatsgebiet, die Unterteilung in Schwarz und Weiß ist mehr als oberflächlich, denn allein 11 farbige Bevölkerungsgruppen leben im Lande.

Zum ersten Eindruck zählen ebenfalls die auffallende Sauberkeit, die Vielfalt von Angeboten, die europäisch anmutende Geschäftigkeit, zunehmend ergänzt durch ein früher so nicht wahrzunehmendes „Afrika- Flair“. Das alles wirkt auf den Besucher ein – unter meist strahlend blauem Himmel. Die Höhenlage – rund 1.700 m über dem Meer – sorgt für vergleichsweise angenehme Temperaturen mit nächtlicher Abkühlung und tagsüber mit wunderbarer Erwärmung. Der zweite Eindruck: Am Rande Windhoeks liegen die

Viertel der armen Bevölkerung

: Katutura und Khomasdal, zwar nicht gerade zur Kategorie der schlimmsten Slums zählend, aber immerhin die Problematik des Landes aufzeigend.

Wir bewegen uns auf einer Reise durch Namibia stets

zwischen erster und dritter Welt

, stets zwischen Wohlstand und Armut, stets zwischen „heiler Welt“ und einer Welt mit wenig Hoffnung: Windhoek ist so etwas wie ein Brennglas namibischer Wirklichkeit, geografisch auf einen Punkt konzentriert. Die hohe Arbeitslosigkeit unter den schwarzen Bevölkerungsschichten – man schätzt sie in Windhoek auf 80 % – betrifft auch den Reisenden: Vermehrt kommt es zu Betteln und auch zu kleinen Stehlereien und Autoeinbrüchen. Das alles ist – im Vergleich zu anderen Städten Europas oder Amerikas – nicht dramatisch. Doch sollte man auch um diese Seite wissen.

Wie bedeutend Windhoek ist und welchen Stellenwert die Stadt im Lande hat, wird man spätestens dann einschätzen können, wenn man von einer großen Rundfahrt durch das Land zurückkehrt. Nach dem Erlebnis von Weite und Einsamkeit, Menschenleere und grandioser Natur erscheint dann Windhoek nicht mehr als kleines Städtchen, sondern hat sich in der Wahrnehmung zu einer wirklichen Großstadt gemausert.

Überblick

Schon beim Anflug auf den Windhoek-Flughafen ist man von der Weite und Einsamkeit des Landes beeindruckt: hier und da schmale Farmwege, ab und zu ein Farmhaus, im 45 km entfernten Talkessel liegt die Stadt Windhoek. Man musste den Flughafen so weit außerhalb auf der Savannenebene bauen, da ein An- und Abflug für Großraum-Flugzeuge in südliche Richtung aus dem Windhoeker Tal nicht möglich ist. Dann setzt inmitten der Einöde die 747 der Air Namibia ...mehr

Stadtrundgang

Man sollte den innerstädtischen Bereich auf jeden Fall zu Fuß erkunden. Im Folgenden werden einige Tipps gegeben. Auffallend sind (noch) die vielen deutschen Straßennamen, die allmählich durch Namen afrikanischer Nationalhelden ersetzt werden.

Zentralachse der Innenstadt ist die Independence Avenue, die früher Kaiserstraße hieß. An dieser Straße reihen sich Geschäfte und Lokale aneinander. Zwei Hochhäuser bestimmen die Silhouette: Das Gebäude des Kalahari Sands Hotels sowie ...mehr

Ziele in der Umgebung

Daan-Viljoen-Wildpark (24 km westlich, Anfahrt über C 38 nach Westen)

Der 24 km westlich der Stadt im Khomas-Hochland gelegene Park (1.800–2.000 m ü.NN.) bedeckt eine Fläche von 4.000 ha. Benannt wurde er nach einem früheren Administrator von Südwestafrika, der sich für seine Schaffung (1962) einsetzte. An Wild sind hier Bergzebras, Blaugnu, Eland, Springböcke und einige Strauße heimisch, die man auf einer Rundfahrt (Straße 6.5 km) sehen kann. Für Wanderer stehen 32 km Wege zur Verfügung (Anmeldung dazu im office erforderlich). Vor allem am Beginn eines Namibia-Urlaubs ist ein Besuch und Aufenthalt hier zu empfehlen. Man bekommt einen Vorgeschmack auf das, was man während der Rundreise erwarten darf: afrikanische Ruhe, Begegnung mit dem Wild.

Besucher dürfen im Park wandern. Die besten Besuchszeiten sind die Monate Dezember bis Mai. In der winterlichen Trockenzeit kann es hier aufgrund der Höhenlage empfindlich kalt werden. Der Park ist ein idealer Aufenthaltsort ...mehr

Textauszug aus Iwanowski’s Reisehandbuch: Namibia, 978-3-933041-42-5, EUR 25,95. © Iwanowski Verlag, Michael Iwanowski

 
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