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Namibia - die Regionen

Namibia, jenes urweltlich anmutende Land

zwischen den Wüsten der Namib und Kalahari

und zwischen den Fremdlingsflüssen Kunene und Oranje gehört zu den am dünnsten besiedelten Gebieten der Erde. Eine stürmische See liegt vor seinen Küsten, die kalten Gewässer des antarktischen Benguela-Stroms sorgen für niedrige Temperaturen und häufige Nebel in den Küstenregionen. Nur verborgen offenbart sich das Leben in den Jahrmillionen alten Dünen und Steinwüsten der Namib. Im Landesinneren herrscht die meiste Zeit des Jahres ein extrem trockenes Klima mit hohen Temperaturgegensätzen zwischen Tag und Nacht. Die weiten Savannenflächen des Binnenhochlands sind daher nur sehr extensiv landwirtschaftlich nutzbar.

Seit Tausenden von Jahren wurden hier Menschen nie so recht sesshaft; sie fanden sich stets auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen und durchstreiften dieses Land als Nomaden. Erst in den letzten Jahrhunderten begann im regenreicheren Norden eine dauerhafte Besiedlung. Rivalisierende Stämme, motiviert durch das Bestreben nach Sicherung besserer Jagd- und Weidegründe, sorgten weiter südlich für bewegte Stammesfehden. Weiße haben diese abgelegene Ecke im Südwesten Afrikas erst zur Zeit des Kolumbus entdeckt. Doch auch ihnen erschien dieser Landstrich zum Verbleiben nicht attraktiv genug. Nur etwas mehr als 100 Jahre sind seit der Inbesitznahme kleinerer Areale durch den Bremer Kaufmann Lüderitz sowie seit der Proklamierung der Schutzrechte durch das Deutsche Reich vergangen. Begann damals die Kolonialzeit des Deutsch- Südwestafrika, unterstützt durch Regimenter der „Schutztruppler“, so fanden sich mehr als ein Jahrhundert später 50 deutsche im Dienste der UNITAG stehende Soldaten, die während der Wahlen zur langersehnten Unabhängigkeit auf Fairness und Frieden achteten. Lange wurde um Namibia gerangelt, zu lange dauerte der Prozess bis zum Tage der Unabhängigkeit, zu viel Blut wurde sinnlos vergossen. Keiner der beteiligten Gegner – sei es die Befreiungsorganisation SWAPO oder die südafrikanische Administration – konnte auf militärischem Wege einen Sieg erringen. Entschieden wurde in vorbildlich demokratischen Wahlen, der Sieg der SWAPO war beeindruckend.

Als Reisender werden Sie Namibia als ein

faszinierendes Land

erleben. Schwarze, Farbige und Weiße heißen den Besucher willkommen, jeder auf seine Art, doch stets im Sinne bester

Gastfreundschaft

. Und sicherlich wird so manches Gespräch bei der Politik landen. Hierbei die Rolle des Zuhörers einzunehmen dürfte für den Gast nicht nur klüger, sondern auch informativer sein, erfährt er doch dadurch die unterschiedlichen Standpunkte. In diesem Kontext ist Namibia deshalb nicht nur ein Land beinahe unbegrenzter Weite, sondern vor allem auch sehr unterschiedlicher Erfahrungsmöglichkeiten.

Die touristische Infrastruktur ist vorbildlich

. Die Unterbringungsmöglichkeiten in den international geprägten Hotels der Großstädte, wie Windhoek und Swakopmund, lassen keine Wünsche offen. Hervorragend und persönlich geführte Gästefarmen sowie Safari-Lodges und preiswerte Rondavels in den Naturschutzgebieten runden die Palette ab. Das Straßensystem ist ausgezeichnet, auch wenn die meisten Straßen Kiespisten sind.

Namibia – das ist vor allem ein Landschafts- und Safari-Erlebnis: Natur pur ist angesagt

. Wer hierhin zum Baden kommt, hat das falsche Reiseziel gewählt. Namibia ist ein Land, das keine besonderen Gesundheitsrisiken kennt und wo Sie auch beim Essen und Trinken auf nichts außer Ihr Gewicht achten müssen. Dem Individualreisenden stehen hervorragend gepflegte Mietwagenflotten zur Verfügung, die vom einfachen Pkw bis zum geländegängigen Allradfahrzeug mit Dachzelt reichen. Spezialisierte Safariunternehmen offerieren Touren in so abgelegene Gebiete wie das Kaokoveld und die Skelettküste. Möchte man nicht selbst fahren, so kann man zusammen mit einer Reisegruppe Namibia kennen lernen. Von den Restriktionen innerhalb der Naturschutzgebiete abgesehen, kann man unbeschränkt reisen. Grenzüberschreitende Touren nach Botswana und Zimbabwe, interessante Touren durch den Caprivi-Streifen oder Fahrten nach Südafrika (Kapstadt) sind problemlos möglich.
In den vergangenen Jahren – ziemlich genau seit der Unabhängigkeit 1990 – ist Namibia ein zunehmend beliebtes Reiseland geworden. Noch ist die Schwelle zum offiziell nicht gewollten Massentourismus nicht überschritten, noch ist Namibia vor allem ein Ziel von Individualisten im weitesten Sinne.

Reiserouten durch Namibia

Namibia ist unter verschiedenen Gesichtspunkten ein ideales Reiseland. Es verbindet ein hervorragendes Klima, kontrastreiche Landschaften, eine einzigartige Fauna und Flora mit einer sehr intakten touristischen Infrastruktur. In diesem weiten Land gelingt es dem europäischen Besucher, der Enge der „Alten Welt“ zu entfliehen und gleichzeitig hohen Reisekomfort zu genießen. Die Weite und Stille des Landes sind es, die Namibia so fremd und gleichzeitig wieder so anziehend machen.

Weite und Vielgestaltigkeit

Namibias sind aber gleichzeitig jene Faktoren, welche die Reiseplanung schwierig gestalten. Sehr genau muss man mit der zur Verfügung stehenden Zeit umgehen, denn die Entfernungen sind riesig, zumal die Straßenverhältnisse z.T. kein sehr schnelles Vorankommen ermöglichen. Die besuchenswerten Ziele liegen weit auseinander, deshalb gilt es auszuwählen.

Reisevorstellungen gehen stets weit auseinander – und das zeichnet den Individualisten aus. Viele möchten auf einer „großen Rundreise“ ein möglichst umfassendes Bild des Landes gewinnen. Andere möchten sich räumlich bewusst beschränken, um im Detail das Ganze zu erleben. Sollte man auf eigene Faust, d.h. mit Mietwagen und vorausgebuchten Hotels losfahren? Oder mit einem geländegängigen Fahrzeug, ausgerüstet mit Dachzelt, die große Freiheit erleben? Oder sollte man sich einer Safari-Gesellschaft anschließen, um in einer Gruppe bequem und ohne Organisationsstress das Land zu genießen? Alle drei Alternativen sind gleichermaßen gut in Namibia zu realisieren.

Textauszug aus Iwanowski’s Reisehandbuch: Namibia, 978-3-933041-42-5, EUR 25,95. © Iwanowski Verlag, Michael Iwanowski

 
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